1949 - Eine Frau als Namensgeberin

Bereits 1919 handelte der in Käsmark in der Slowakei geborene Firmengründer Oskar Scholtz mit Stoffen. Nach der Vertreibung aus seiner Heimat beginnt der gelernte Webmeister nach dem Krieg nochmals von vorne: Im Herzen von Stuttgart gründet er zusammen mit seiner Frau Hildegard die Hilco Textil GmbH. Namensgeberin ist Hildegard Scholtz gemeinsam mit ihren Kindern. Aus Hildegard und Co wird kurzerhand Hilco. Im Jahr nach der Währungsreform ein mutiger Schritt. Die größte Herausforderung ist die Warenbeschaffung in den ersten Nachkriegsjahren.

1950 bis 1960 - Mit dem Leiterwagen zur Post

Hilco wächst rasant. Selbst geschneiderte Mode hat einen hohen Stellenwert und der Großhändler Hilco liefert die Ware dazu. Stuttgart liegt teilweise noch in Trümmern, die Infrastruktur ist noch nicht wieder aufgebaut. Daher werden die Pakete mit dem Leiterwagen zur Post gefahren. Besuche bei den Kunden sind nur zu Fuß oder mit der Bahn möglich, eigene Firmenfahrzeuge gibt es noch nicht. Zusammenhalt wird in der Firma groß geschrieben, man trifft sich bei Betriebsausflügen – unter anderem am Neckar.

1960 bis 1970 - Die Standortfrage

Hilco boomt weiter. Die Räumlichkeiten in Stuttgart werden zu eng, das Lager platzt aus allen Nähten. Oskar Scholtz sieht sich nach einem neuen, größeren Standort um. Unter größter Geheimhaltung starten die Planungen für das neue Firmendomizil auf den Fildern. Der Firmengründer feiert seinen 70. Geburtstag.

1970 bis 1980 - Umzug auf die Fildern

Strategisch günstig – zwischen Autobahn und Flughafen gelegen – bezieht Hilco das neue Firmengebäude in Echterdingen. Weiterem Wachstum steht nun nichts mehr im Wege. Beliebtestes Produkt dieses Jahrzehnts sind die Polyester-Jacquards von der Schwäbischen Alb. Jede Woche fährt mindestens ein Lastwagen zu den Produzenten im Umland – und kaum ist die Ware im Haus, ist sie auch schon verkauft.

1980 bis 1990 - Die große weite Stoffwelt

Die Globalisierung beginnt. Neue Beschaffungsmärkte werden erschlossen, Hilco arbeitet nun auch mit Partnern aus Japan und Südkorea zusammen. Starke Modethemen prägen das Geschäft in Meter- und Kiloware. Riesige Mengen von Polyester-Spitze, Polyester-Krepp und Micro-Javanaise werden in kürzester Zeit umgeschlagen und verkauft. 1989 stirbt Firmengründer Oscar Scholtz senior im stolzen Alter von 95 Jahren. Das Unternehmen wird von seinen 3 Kindern Oskar Scholtz junior (67), Otto Scholtz (65) und Ilse Schmitz (64) weitergeführt.

1990 bis 2000 - Das Jahrzehnt der Neuausrichtung

1991 übernimmt mit Christian Scholtz und seinen drei Schwestern Christine Vesenmaier, Eva König und Susanne Paul die dritte Generation das Ruder. Aus Fernost erobert ein neues Produkt den europäischen Markt und wird auch bei Hilco erfolgreich verkauft: Fleece.
Die Beschaffungsmärkte verändern sich, und die deutschen Produzenten stehen durch die starke Konkurrenz aus Fernost vor großen Herausforderungen. Viele von ihnen verlieren den Preiskampf und müssen schließen.
Hilco entwickelt erstmals umfangreiche Saison-Kollektionen, und hebt sich damit von der Konkurrenz ab. Sehr erfolgreich platziert sich das Unternehmen hier im Sektor der Kinderstoffe.

2000 bis 2010 - Eigene Designs auf dem Vormarsch

Die Mark geht, der Euro kommt – und die Umstellung läuft bei Hilco reibungslos. Neue Verkaufsmärkte werden erschlossen, Hilco-Qualität ist ab sofort auch in Skandinavien, Holland, Belgien, der Schweiz und anderen europäischen Ländern zu haben. Das Stuttgarter Unternehmen entwickelt zunehmend eigene Designs – mittlerweile nicht nur im Bereich der Kinder-Stoffe, sondern auch der Damenmode, und legt dabei besonderen Wert auf nachhaltig und ökologisch produzierte Ware.
Das Selbermachen – in allen Bereichen, auch der Mode – bekommt während der großen Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 einen größeren Stellenwert. Die Stoff-Branche und somit auch Hilco profitiert davon, und geht gestärkt aus der Krise heraus.

2010 bis 2018 - Neue Wege, neue Stoffe, neue Trends

Nähen ist wieder „in“ - und Stoffe erfreuen sich großer Beliebtheit. Gemeinsam mit der Designerin Susanne Firmenich von „Hamburger Liebe“ gelingt es Hilco, neue Vertriebskanäle zu erschließen und neue Kunden zu gewinnen. Weitere Kooperationen werden geschlossen, und in Fachkreisen bekannte und beliebte Designer mit dem Haus verbunden.
Das Zeitalter der Digitalisierung beginnt auch innerhalb der Stoffbranche. Neben neuen Produktionstechnologien wie dem Digitaldruck gilt es, auch in anderen Bereichen wie etwa der Visualisierung und Präsentation von Kollektionen Schritt zu halten und sich zeitgemäß aufzustellen.
2016 stirbt Oskar Scholtz junior im Alter von 93 Jahren nach einem langen und erfolgreichen Leben als Textiler.

2019 - Die Zukunft im Blick

Wir lieben was wir tun – dieser Leitsatz gilt auch im 70. Jahr des Bestehens von Hilco.
Unsere langjährige Erfahrung ist unser großer Schatz, mit dem wir heute am Markt agieren. Das Entwickeln unserer zwei großen Kollektionen bestimmt den Jahreslauf.
Exklusivität, Qualität und modische Aktualität sind für uns auch im siebten Jahrzehnt der Maßstab.